/> Kleinanzeige des Monats: 2011Anzeige des Monats – Herausragende Beispiele perfekter Werbung mit Kleinanzeigen

Dienstag, 5. Juli 2011

Anzeigen des Monats Juli 2011 – Nackte Füsse im Autofahrer-Magazin des ADAC

Yeap, so funktioniert Werbung mit Kleinanzeigen!

Unter lauter themenbezogenen (interessiert-den-Autofahrer) Anzeigen in der ADAC Motorwelt, in Form von teilweise mehr als hässlichen Produktanzeigen (z.B. Rameder) für:
  • Anhängerkupplungen,
  • Werkzeuge,
  • Garagen,
  • Carports,
  • Fahrradheckträgern,
  • Elektroautos,
  • Reiseführerbüchern (positiv: ADAC Eigenanzeigen = wirklich immer sehr schön)
fallen nunmal themenfremde Produktanzeigen richtig gut auf. Vor allen Dingen die mit den nackten Füssen. Bei allen Fussfetischisten/innen unter den Lesern/Leserinnen vollkommen klar warum ... „sex sells”. ;-)


Themenfremd zu werben, vor allen Dingen in zielgruppenspezifischen Printperiodika (engl. Special Interest) ist eine wichtige strategische Lösung für eine deutliche Abgrenzung und somit Auffälligkeit im Anzeigenumfeld, gerade bei den Kleinanzeigenmärkten.

Bei dieser Kleinanzeige ist themenfremd, das große, überwichtige „A” beim Akronym „AIDA”. Oder viel  konkreter und härter formuliert – ohne dieses, durch den themenfremden Anzeigeninhalt produzierte „A”aaaahhhhh, gäbe es hier auch kein „IDA”.

Für werbenden Unternehmer, die das erste „A” aus dem Werbewirkungsmodell „AIDA” nicht oder noch nicht kennen, mal ganz umgangssprachlich formuliert. Nur eine Anzeige die auffällt, wird auch gelesen.

Damit ein mögliches Missverständnis deutlich ausgeschossen wird. Auffallen mit der eigenen Anzeigenwerbung heißt „positiv” aufzufallen. Nicht mit hässlichen, selbstgestrickten Anzeigen die das Auge zum Weinen bringen, sondern mit einer Anzeigengestaltung die Begeisterung auslöst. Die durch Ihre Klarheit begeistern, durch eine hochwertige Bildsprache, effektive Kommunikation des Kundennutzen, ausreichend Weißraum, Konzentration auf ein Produkt - eben durch ein umfassendes Paket an hochwertiger Kreativ- und Gestaltungsarbeit.

Was hat die hier aufgeführte Kleinanzeige des Monats, bzw. der Gestalter dieser Anzeige alles richtig gemacht?
  • Hochwertige Produktfotografie (ein echter Hingucker / Eye-Catcher),
  • viel Weißraum,
  • Beschränkung auf das Wesentliche,
  • nur ein (1) Produkt beworben (!),
  • verzicht auf unnötige Elemente,
  • in der Headline eine Frage gestellt, welche die Zielgruppe mit einem „Ja” beantworten muss,
  • Kommunikation eines eindeutigen Kundennutzen und
  • Nennung der Webadresse als überprüfbares Responsemedium.

Mit Nennung der Webadresse und nur Nennung der Webadresse, lässt sich eindeutig und einfach ermitteln, ob auf Dauer die Schaltung in der ADAC Motorwelt das Investment wert ist. Warum auf Dauer? Nun, der Mensch ist träge. Es ist mehr als eine Anzeigenschaltung nötig, um wirklich Bewegung in die Zielgruppe zu bringen.

Zumindestens läßt sich aber mit Nennung der Webseitenadresse jederzeit ermitteln, wie viele Besucher nach der Veröffentlichung in der ADAC Motorwelt – immerhin die auflagenstärkste Mitgliederzeitschrift im deutschsprachigen Raum - zur Zeit monatlich mehr als 13 Mio. Exemplare – die Webseite besucht haben.

Bei über 13 Mio. Empfänger dieser Werbebotschaft sollte in der Webseitenstatistik ein deutlicher Anstieg ersichtlich sein. Um die Bedeutung dieser gewaltigen Auflagenreichweite mal darzustellen – die an jeder Tankstellenkasse ausliegende Auto Bild ist dagegen mit einer Auflage von knapp 600 Tsd. Exemplaren weit abgeschlagen.

UPDATE:Gerade entdeckt - Bericht auf Süddeutsche.de zur Marktmacht der ADAC Motorwelt: „Die stille Macht

Werbendes Unternehmen: Valley for Life AG, Valley /Oberlaindern
Agentur: unbekannt
Veröffentlicht in: ADAC Motorwelt, Juli 2011

Mittwoch, 15. Juni 2011

Anzeigen des Monats Juni 2011 - Weltkonzern Allianz macht auf klein.

Seit langer Zeit ist mir wieder ein Weltkonzern mit einer Kleinanzeige aufgefallen. Die große Allianz, die weltgrößter Versicherungsgesellschaft u.v.m. (Betriebskrankenkasse, Banken, dies & das) wirbt mit Kleinanzeigen.

So ist es richtig, denn die Kleinanzeige funktioniert bei großen Werbebudgets genauso perfekt, wie bei kleinen Werbebudgets.


Jetzt kann man sich, wie bei jeder Gestaltung, über das Anzeigenlayout herzlich austauschen, nichts desto trotz fällt diese Anzeige auf. Und genau aus diesem Grund hat der kreative Kopf hinter dieser Anzeige alles richtig gemacht. 

Warum? Nun - hier wurde mit einem einfachen Gestaltungsmittel gearbeitet – mit Weißraum. Für ein Kleinanzeigenformat von 105 mm x 103 mm  nur 22 Wörter zu verwenden – so etwas schaffen nur Vollprofis. 

Sicher es gibt im Anzeigenfuß noch was Kleingedrucktes oben drauf, jedoch wohl mehr aus rechtlichen Gründen, nicht aus gestalterischer Notwendigkeit.   

So schlicht und klar wie die Gestaltung der Allianz-Anzeige, so schlicht und klar bleibt diese Anzeigenbesprechung. Mehr gibt es nicht zu sagen und trotzdem eine wunderbare „Anzeige des Monats Juni 2011“.

Werbendes Unternehmen: Allianz Global Investors AG
Agentur: unbekannt
Veröffentlicht in: Financial Times Deutschland, 10. Juni 2011

Sonntag, 29. Mai 2011

Anzeigen des Monats Mai 2011 - Rasenmäher-Anzeige im Supersportwagen-Anzeigenstil

Was für ein Hingucker, diese Kleinanzeige im Format 2-spaltig x 90 mm! Die emotionale Kraft der visuellen Bildkommunikation wirkt, dargestellt in Form einer für einen Rasenmäher untypischen Produktfotografie. Einen profanen Rasenmähers im Stil einer Supersportwagenpräsentation abzulichten, ist eine coole Idee. Die einhergehende typische Froschperspektive auf die dicken Schlappen, mit "Felgen" im 5-Speichendesign, trägt zur sportlichen Atmosphäre gewaltig bei.


Die Headline ist witzig, mit Sympathie steigernden Schmunzeleffekt. Sicher der entgleisten Emanzipation geschuldet, weil Frau mittlerweile über den Zukauf des fahrbaren Untersatzes (äh ... Schiebesatzes) federführend entscheidet. ;-) Oder mäht Mann nicht mehr – sondern Frau, weil Mann die Kohle für den Powermäher ranschaffen muss? So wäre ja wieder alles beim Alten.

Jedenfalls trägt der gesamte Layoutstil, inklusive luxuriös eingesetzten Weißraumes zur Qualität der Anzeigenwirkung bei. Wenig Text, vollkommen ausreichender Verweis auf die Webseite – eine Printanzeige, die sicher viele Besucher auf die Webseite leitet. Und somit eine würdige „Anzeige des Monats Mai 2011“.

Was zu verbessern wäre: Beim Anzeigenlayout ist alles super-duper, dafür hat die nachfolgende Webseite große Schwächen. Optisch sehr ansprechend – versagt sie bei den verkaufsfördernden Details.

Die Seitensuche nach "Powerline 5300 BRV" bringt jetzt, mitten in der Rasenmähen-Saison keinen einzigen Suchtreffer. Schade, wenn der Interessent mehr über diesen schicken Rasenmäher erfahren – oder schlimmstenfalls das Gerät umgehend erwerben möchte. Leider hilft nicht einmal eine händische Suche nach dem Objekt der Begierde dem geneigten Interessenten weiter. Das beworbene Produkt bleibt unauffindbar - somit verpufft das Investment in die Anzeigenschaltung fast gänzlich.

Werbendes Unternehmen: AL-KO Geräte GmbH, Kötz
Agentur: unbekannt
Veröffentlicht in: WELT am Sonntag, SV "Rund ums Haus", 29. Mai 2011

Dienstag, 8. März 2011

Anzeigen des Monats März 2011 - Wer bringt Existenzgründer in die Pole Position?

Quadratisch, praktisch, gut, grün, klein - hier sehen Sie in Reinkultur eine perfekte Kleinanzeige. Seit einigen Monaten endlich wieder eine "echte" kleine Kleinanzeige. 45 mm x 44 mm im Format. Bei dieser Anzeigengestaltung und Anzeigenschaltung wurde alles perfekt gemacht. Mehr geht nicht! Ich zähle für alle Blogleser, die dieser Kleinanzeigenschaltung nacheifern wollen, die Leistungspunkte im Detail auf.

Originalformat Anzeige in der WELTkompakt 45x44 mm
  • Kleines Anzeigenformat: 1-spaltig und 44 mm Anzeigenhöhe. Der Kandidat hat 95 von 100 Punkten. Mit 30 mm oder 35 mm Anzeigenhöhe hätte die Anzeige ebenfalls eine hohe Auffälligkeit erreicht, möchte aber mal nicht kleinlich sein. Es trifft ja keinen Armen. ;-) Und was ist eine der Hauptregeln für hochwertiges und angenehmes Gestaltungslayout? Großzügiger Einsatz von Weißraum ... hier Grünraum.
  • Einfarbiger Druck: Für alle Kollegen, die jetzt schreien. Mir ist bewusst, dass diese Anzeige in der Welt Kompakt im Vierfarbdruckverfahren gedruckt wurde. Und ja, die Typo besitzt einen schwarzen Schatten für den beliebten "Schrift-schwebt-über-den-Hintergrund-3D-Effekt". Trotzdem ... bestimmt wurde im Anzeigenschaltungsvertrag die Berechnung eines einfarbigen Druck vereinbart. Ist mittlerweile im Anzeigendruck so üblich, wenn es um farbreduzierte Schaltungen in 4c-Zeitungen geht.
  • Hohe Auffälligkeit: Helles Grün in der grauen Textwüste. Grüner Rasen im grauen Schlamm - da freut sich das Auge. Headline außerdem so klein, dass man die Zeitung doch ein paar cm näher zur Nase rücken darf. Die Neugierde siegt über die provozierte Lesehemmung.
  • Alleinstellungsmerkmal: Keine bösen Mitbewerber auf der gleichen Zeitungsseite, weil im redaktionellen Teil der Welt Kompakt geschaltet. Schaltungen sind im redaktionellen Teil etwas "teurer", aber der Mehrwert ist gerechtfertigt. Sie können jederzeit aus 45 mm Anzeigenhöhe auch 40 mm machen.
  • Positives emotionales Umfeld: An der Stelle fange ich mal das Grübeln an. Entweder purer Zufall oder geschickt geplante Schaltung eines fähigen Mediaplaners. Genau in dem Artikel mit der höchsten Leserate UND den höchsten positiven Emotionen (ok - weiter hinten kommen noch ein paar Fotos von Supersportwagen vom Genfer Autosalon 2011), der "must-have" Produktneuvorstellung der Woche, dem iPad der zweiten Generation, zelebriert von Steve Jobs, diese Schaltung zu platzieren ... für mich der Wahnsinn – da hat jemand mit einem Drilling den Jackpot kassiert. 
Quelle: WELTkompakt vom 6. März 2011
  • Anzeigenresponse messen durch URL-Tracking: Auch bei dem Feature muss ich grübeln. Ist es Absicht oder gab es die URL bereits vor der Schaltung? Auf alle Fälle lässt sich der Erfolg einer Anzeigenschaltung am Wochenende effektiver und automatisierter nicht ermitteln, als die Zeitungsleser auf eine spezielle Landing-URL weiter zu leiten. DATEV hat alles richtig gemacht - die haben ihre Hausaufgaben gemacht. Beim Sprung auf die Webseite weiß der Zeitungsleser sofort, dass er an der richtigen Stelle ist. Mit iPad und Co sind die Verlage wohl bald wieder zurück im Rennen um die Werbebudgets, die momentan alle bei Google Adwords landen.
Über die (fast) hochwertige Landingpage würde ich mich hier gerne ebenfalls im Detail äußern, aber das wäre besser Thema für einen neuen Blog, der da heißen könnte "Landingpage-des-Monats". Diese Landingpage von DATEV wäre wohl ein perfekter Kandidat für eine Blog-Rezension. Ich liebe perfekte Kleinanzeigen und dazu passende Landingpages. So muss es sein. Ein Beispiel aus meiner eigenen Feder aufzuzeigen "Perfekte Kleinanzeige & mit perfekter Landingpage" sei mir an dieser Stelle erlaubt.

Somit besitzt die hier besprochene DATEV Kleinanzeigenwerbung insgesamt sechs Werkzeuge, die eine Kleinanzeige zum perfekten Werbemedium für kleine (und große) Anzeigenbudgets macht. Somit fünf Sterne für eine wirklich perfekte Kleinanzeige des Monats März 2011. Gratulation!

Werbendes Unternehmen: DATEV eG, Nürnberg
Agentur: unbekannt
Veröffentlicht in: WELT Kompakt, 6. März 2011

Sonntag, 20. Februar 2011

Anzeigen des Monats Februar 2011 - Stress - ein Phänomen unserer Zeit

Ja, die Kleinanzeige ist allein wegen des attraktiven Farbkontrastes und des professionellen Textlayout ausgezeichnet. Die Betonung liegt dabei auf „allein“. ;-)

Nur durch die schaltkosteneinsparenden Zweifarbigkeit und dem einhergehenden wunderbaren Farbkontrast ist mir diese Anzeige förmlich ins Auge gesprungen. Und das in einem niederbayerischen Regionalbladl! Bin begeistert. Da geht doch was in der Provinz. Und wieder ein Beispiel dafür, das die Auffälligkeit einer Kleinanzeige die Grundvoraussetzung ist, das sie beachtet wird.



Leider war´s das bereits. Womit ich überhaupt nicht klarkomme ... mit der Headline und der nach unten abfallenden Platzierung der Copy (Anzeigetext). Die Kundenansprache vollkommen vernachlässigt. Wo liegt der Nutzen zu einem Vortrag, wenn dort bekannte Dinge angesprochen werden? Wo ist der Kundennutzen, oder wie die stylischen Creativ-Directoren so gern psydodeutsch fachsimpeln ... der Benefit? Erst im letzten Halbsatz gibt es einen Hinweis zum Nutzen. Viel zu spät. Leider.

Ebenso die optische Ausrichtung „nach unten“. Es sollen doch Lösungen in dem Vortrag vermittelt werden. Lösungen zeigen nach oben! Nie nach unten! Das muss auch visuell unterstützt werden bei der Zielgruppenansprache! Naja. Vielleicht nimmt sich ja der Gestalter meine wohlgemeinte Kritik zu herzen oder diskutiert sie hier mit mir. Bin gespannt.


Werbendes Unternehmen:
PhysioCenter Leiblfing, Straubing
Agentur: unbekannt
Veröffentlicht in: Straubing aktuell, Feb. 2011

Sonntag, 30. Januar 2011

Anzeigen des Monats Januar 2011 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Gesamtverband Metall u.a. Institutionen wollen was bewegen.
Diese Anzeige ist eine etwas größere Kleinanzeige. Format ist 203 mm x 84 mm (1/3 Seite) und fällt mit dieser Formatgröße eigentlich aus dem üblichen Kleinanzeigenrahmen. Weil diese Anzeige jedoch im Spiegel erschienen ist, der sich nicht durch viele Optionen der Kleinanzeigenwerbemöglichkeiten positiv hervortut, zähle ich sie trotzdem zu den Kleinanzeigen.

Na, was sagen die werten Leser dieses Blogs? Cleveres Gestaltungskonzept, oder? Simples Textlayout, dabei extrem auffällig, weil dieser Layoutstil normalerweise nur auf den kleinen Schachteln mit den krebserzeugenden, zum Inhalieren bestimmten, Inhalten zu finden ist.

Frei nach dem Motto, lieber gut kopiert, als schlecht selber gemacht. Ist keine Kritik, ich mag den Spruch. Es wurde definitiv keine Werbekampagnenidee geklaut. Außer man bewertet dieses Textlayout, welches wir alle kennen, als eine Werbekampagne für gesundes Leben. Zwangsfinanziert von der Tabakindustrie.


Und der Layoutstil ist ein hervorragendes Beispiel für den Beweis der Werbewirkung auch von kleinen Werbeflächen, also Anzeigen. Darum vermittelt der Verband der deutschen Zeitungsverleger  (VDZ) gerne, richtig, kurz und knapp: "Print wirkt".

Wenn die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft zukünftig Geld sparen möchte, dann sollte sie vielleicht die Anzeigengröße weiter verkleinern, z. B. halbieren. Bin sicher, dass der werbewirksame Effekt der Anzeigengestaltung trotzdem identisch bleibt. Ein paar Schaltungen wären es wert, um das Sparpotenzial zu messen.

Immerhin hat die Anzeige – so wie es sich gehört – einen sogenannten „Deeplink“, eine Webadresse zu einer Unterseite. Damit lässt sich effektiv prüfen, wie viele Zeitungsleser die Möglichkeit genutzt haben, sich ausführlich über den Grund für diese Anzeigenschaltung zu informieren. So wie ich es getan habe, da mir bisher der Name der Initiative nichts gesagt hat.
Alles in allem eine etwas große Kleinanzeige, aber ein würdiger Sieger für die "Kleinanzeigen des Monats Januar 2011".

Werbendes Unternehmen:
Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, Berlin
Agentur: unbekannt
Veröffentlicht in: Der Spiegel, Heft Nr. 4, 24. Jan. 2011